03.10.2012

Martin Krenn: Kunst in der Öffentlichkeit: Soziales Engagement versus politische Provokation

Vortrag am Donnerstag, 4.10., 19:00 Uhr im Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Martin Krenn hält einen Vortrag bei der donumenta

Anfang des 20. Jahrhunderts, in der klassischen Avantgarde, entstanden
Kunstperformances, die mittels Provokation politische Inhalte zur Diskussion
stellten. Der öffentliche Raum wurde als Bühne benutzt, die Zielgruppe
bestand nicht mehr aus einem spezialisierten Kunstpublikum sondern
aus den zufällig anwesenden PassantInnen. Der Einfluss der damals
entstandenen politisch engagierten Kunstformen erstreckt sich über das
gesamte 20. Jahrhundert. Anfang der 1990er-Jahre entwickelte sich in der
Tradition der Sozialen Plastik ( Joseph Beuys) vor allem in Europa und in
den Vereinigten Staaten eine neue Form sozial orientierter Kunst, die auf
Partizipation setzt. Was taugen die DADA-Strategien von einst im heutigen
durchkommerzialisierten Kunstbetrieb? Der Vortrag wird dieser Frage
nachgehen, unterschiedliche Kunstperformances und Projekte des 20. sowie
21. Jahrhunderts ins Visier nehmen sowie diese anhand Martin Krenns
eigener Projekt-Erfahrungen erläutern.

Martin Krenn ist Künstler, Kurator und seit 2006 Lektor an der
Universität für Angewandte Kunst, Abteilung Kunst und kommunikative
Praxis (KKP), Wien. Er verschränkt Kunst und politischen Aktivismus. Seine
Projekte, Fotoarbeiten und Videos widmen sich schwerpunktmäßig der
Rassismuskritik, der Erinnerungs- und Gedenkarbeit sowie verschiedenen
Kampagnen zu Bleiberecht, Asylwesen und Migrationsfragen. Er setzt
sich im Rahmen seines Ph.D.-Projektes mit dem politischen Raum in sozial
engagierten Kunstprojekten auseinander. Er lebt in Wien und Belfast.
www.martinkrenn.net


Eintrittspreis: 4 Euro, zzgl. 2 Euro Teilnahmegebühr.