donumenta Länder Sparten Publikationen Presse       Impressum 
                 
Bildende Kunst
Literatur
Tanz
Theater
Film
Musik
Geschichte
Kultur
 
 
Film
 
Armin
Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, 2006, 82 Min., OmeU, Regie: Ognjen Svilicic
Ein sanfter, unprätentiöser Film des vielfach ausgezeichneten, jungen Regisseurs Svilicic über Vater und Sohn aus der bosnischen Provinz, die in Zagreb zwar nicht Ruhm und Reichtum, aber ein Stück zu sich selber finden.
Ibro, sein 14-jähriger Sohn Armin (und ein mächtiger Akkordeonkoffer) brechen mit dem Bus auf aus ihrer kleinen bosnischen Stadt, um in einem Zagreber Hotel an einem Vorsprechen für einen deutschen Spielfilm über den Krieg in Bosnien teilzunehmen. Der Bus bleibt liegen, sie kommen zu spät, aber der Vater gibt nicht auf und versucht tagelang, eine Rolle für seinen schweigsamen, etwas linkischen Sohn zu ergattern. Und so stehen sie schließlich irgendwann an dem Punkt, wo sie sich zwischen einem Vertrag und ihrer eigenen Würde entscheiden müssen.

What Iva Recorded on October 21st 2003
„Što je Iva snimila 21. listopada 2003“, Kroatien, 2005, 92 Min., OmeU, Regie: Tomislav Radic
Iva, Tochter eines erfolgreichen Geschäftsmannes, bekommt zu ihrem 14. Geburtstag eine Videokamera geschenkt. Und mit dieser hält sie an diesem Tag alles fest, was ihr wichtig erscheint. Auch vieles, was sie gar nicht sehen sollte: Denn der bevorstehende Besuch eines potentiellen deutschen Geschäftspartners bringt in ihrer Familie lang schwelende Konflikte und das ein oder andere Geheimnis zum Vorschein.
Vordergründig das Home Movie einer Jugendlichen, zeichnet der Film langsam und mit viel hintergründigen Humor ein vielschichtiges Portrait einer als Folge des Krieges neu entstandenen Wohlstandsschicht.

The Melon Route
„Put lubenica“, Kroatien, 2006, 89 Min., OmeU, Regie: Branko Schmidt
„Melonenstraße“ nennt man die Route durch den Balkan, auf der illegale Immigranten, oft in Melonentransportern, nach Westeuropa geschleust werden. Am Fluss Sava, der bosnisch-kroatischen Grenze, ertrinkt eine Gruppe von Chinesen, als ihr Boot kentert. Nur eine junge Chinesin erreicht mit ihrem Schleuser Mirko, einem drogenabhängigen, traumatisierten Ex-Soldaten, das einsame und keines-wegs sichere Ufer. In ihrer Verzweiflung folgt sie ihm und holt ihn langsam aus seiner Apathie. Ein hervorragend inszenierter Film mit wenig Worten und beeindruckenden Bildern über Grenzen und ihre Überwindung.

Was ist ein Mann ohne Schnurrbart?
„Sto je muškarac bez brkova?“, Kroatien, 2005, 109 Min., OmdtU, Regie: Hrvoje Hribar
Der Film beginnt mit dem unglücklichen Sturz eines kroatischen Gastarbeiters (mit Schnurrbart), dessen Tod einige Folgen für die Bewohner eines kleinen Dorfes im kroatischen Hinterland haben wird. Darunter seine junge Witwe, ein unglücklicher katholischer Pries-ter, ein neureicher Heimkehrer aus Deutschland (mit Schnurrbart), seine flippige Tochter und ein ausgesprochen männlicher General (mit Schnurrbart), der sein Manöver in die Nähe des Dorfes verlegt hat, um hier seinen Bruder besuchen zu können. Und es braucht einige Verwicklungen und viele Rebellionen, bis alle ihr Stück vom Glück gefunden haben. Eine mit viel mediterraner Leichtigkeit erzähl-te Komödie, die, nur scheinbar harmlos, mit vielen Spitzfindigkeiten Kirche, Politik, Militär und nicht zuletzt die allgegenwärtigen Erwar-tungen der Gesellschaft karikiert.
Einer der großen kroatischen Kinoerfolge der letzten Jahre.

Der Reiter
„Konjanik“, Kroatien, 2003, 105 Min., OmeU, Regie: Branko Ivanda
Eine opulente Verfilmung der historischen Geschichte zweier Liebender im 18. Jahrhundert: Der im Dienste der in Dalmatien herr-schenden Venezianer stehende Petar, verliebt sich nach seiner Flucht nach Bosnien und seiner Konvertierung zum Islam in Lejla, die Tochter des dortigen osmanischen Statthalters. Sie flieht mit ihm und konvertiert ihrerseits zum Christentum – was das Paar zum Ziel der Verfolgung durch beide Kulturen macht und schwere politische Konflikte auslöst.

Wie der Krieg auf meine Insel kam
„Kako je poceo rat na mom otoku“, Kroatien, 1996, 97 Min., OmdtU, Regie: Vinko Brešan
Nach dem Beginn des Bürgerkriegs sieht sich ein Kommandant der jugoslawischen Armee auf einer kleinen Insel plötzlich von lauter frischgebackenen Kroaten umgeben - darunter seine Frau und seine Geliebte. Man belagert ihn mit Rockmusik und rezitiert schlechte Gedichte, um ihn zur Aufgabe zu bewegen. Aber er weigert sich erst einmal mit aller Macht. Und es braucht viel Geschick, um Schlim-mes zu verhindern.
Der vielfach ausgezeichnete Film gilt als einer der populärsten kroatischen Filme und markiert gleichzeitig den Beginn einer schwarz-humorigen Auseinandersetzung mit dem Krieg und damit auch einer neuen kroatischen Filmkultur.

Kroatisches Kurzfilmprogramm
Sieben Animations- und sieben 1-Minuten-Filme (Teilnehmer des 1Minute-Filmfestival: www.crominute.hr)
Where is the Film? (A.: Milan Bukovac und Tomislava Vereš, 1995, 1 Min.); Silencijum / Silencium (R.: Davor Medurecan und Marko Meštrovic, 2006, Animation, 10 Min.); Dani Preživjelog Ratnika/Days of the surviving Warrior (R.: Vedran Šamanovic, 1996, 1 Min.); Levijatan / Leviathan (R.: Simon Bogojevic Narath, 2006, Animation, 14 Min 40 Sek.); Tomislav Gotovac (R.: Tomislav Gotovac, 1996, 1 Min.); Teorija Odraza / The Theory of Reflection (R.: Darko Bakliža, 2006, Animation, 7 Min.); 29. 4. 1998 (R.: Zoran Tadic, 1998, 1 Min.); Duplex (R.: Goran Trbuljak, 2005, 8 Min.); Oko / Eye (R.: Damir Cucic, 1996, 1 Min.); Unplugged (R.: Stjepan Mihaljevic, 2007, 12 Min. 15 Sek.); Bungee (R.: Jadranko Lopatic, 2007, 1 Min.); Soldat (R.: David Beroš Bonnot, 2006, 4 Min. 30 Sek.); Krug / Circle (R. Kruno Heidler, 2007, 1 Min.); Plac / The Market (R.: Ana Hušman, 2006, 10 Min.);

 
   

Der Arbeitskreis Film Regensburg e.V. (AKF) produziert seit mittlerweile 27 Jahren anspruchsvolles Kino. Das Programm der zwei Kinos, die der Verein betreibt – „Filmgalerie im Leeren Beutel“ (seit 1981) und „Wintergarten im Andreasstadel“ (seit 2004) – steht ideell in der Tradition der Kommunalen und Programmkinos. In täglich bis zu fünf Vorstellungen werden hier ästhetisch oder inhaltlich bedeutsame neue Filme genauso präsentiert wie filmgeschichtliche Reihen, Länderschwerpunkte, Werkschauen, Dokumentarfilme und Filme aus der Region.
Darüber hinaus veranstaltet der AKF die „Regensburger Stummfilmwoche“, die 2007, als ältestes Festival dieser Art in Deutschland, ihr 25jähriges Bestehen feiern konnte. Angeboten werden Höhepunkte und Raritäten aus der Frühzeit des Kinos mit Live-Musik. Ein weiteres Ereignis bietet der AKF seit 2003 mit seinem exquisiten „Open Air Sommerkino“. Die vom AKF durchgeführte „Regensburger Kurzfilmwoche“, ein internationales Festival mit Gästen und Filmen aus aller Welt, findet jährlich im November statt: internationaler Wettbewerb, deutscher Wettbewerb sowie mannigfaltige Sonderprogramme zu Ländern, Themen und Genres werden eine Woche lang zum Magneten für das Publikum und die Fachwelt.
Das jüngste Projekt des AKF heißt „Kino und Schule“, welches schon bei den ganz Jungen Medienkompetenz und Bildung zum Thema Film fördern möchte.
Der AKF freut sich, im Rahmen der diesjährigen donumenta eine ganz spezielle Auswahl kroatischer Filme präsentieren zu können.