| Den gemeinnützigen Verein gründete 1987 das Regensburger
Ehepaar Gertrud und Winni Freisleben. Ihre Vorstellungen über
die Ausrichtung des Clubs und der Live-Bühne „Leerer
Beutel“ waren von Anfang an klar definiert: Jazz ohne Berührungsängste,
ohne Schubläden, ohne elitären Anspruch. So soll das immens
weit gesteckte Terrain des zeitgemäßen Jazz in diesem
ehemaligen Getreidespeicher aus dem 15. Jahrhundert eine Heimat
und eine genauso professionelle wie leidenschaftliche Plattform
erhalten. An dieser Denkweise hat sich bis heute nichts geändert.
Im Gegenteil: Wer einen Blick in ein beliebiges Monatsprogramm des
idyllisch in der Bertoldstraße angesiedelten Musikclubs wirft,
wird eine seltene stilistische Vielfalt vorfinden: angefangen bei
experimentellen Musik-Projekten über Weltklasse-Musiker (z.B.
Rigmor Gustafson, Jan Garbarek) und regelmäßigen Motto-Konzertreihen
bis hin zur Pflege des heimischen Musikernachwuchses blitzen viele
und dazu höchst unterschiedliche Highlights auf. Wie die erfreulichen
Besucherzahlen belegen, trifft das Team damit nicht nur den Nerv
der Musikliebhaber der Region – die Programmgestalter erinnern
damit auch an traditionelle Jazz-Tugenden wie „Toleranz“
und „Offenheit für Neues“. So bekommen neben traditionellen
Ausprägungen wie Swing, Mainstream, Dixieland, Bebop, Latin
oder Jazzrock auch unbequeme, sperrige oder angesagte Musikformen
wie Avantgarde, Free-Jazz oder Drum & Bass im Jazzclub Regensburg
ein attraktives Forum. Die Regensburger Triebfeder der „Blue
Notes“ ist in der Lage, jedem Act die geeignete Räumlichkeit
bereit zu stellen. „Ausgelagert“ werden beispielsweise
die monatlich stattfindenden, vom Jazzclub organisierten, „Sessions“
im „Lokschuppen“, eine dem Music College angegliederte
Live-Bühne. Hier haben Regensburger (Nachwuchs)-Musiker die
Chance, mit professionellen Künstlern gemeinsam auf der Bühne
wichtige Erfahrungen zu sammeln und pure Spielfreude zu erfahren.
Mit über 800 Mitgliedern zählt der Regensburger Jazzclub
zu den größten seiner Art in ganz Deutschland. So gehören
neben dem Club auch die im ConBrio Verlag erscheinende JazzZeitung,
das Bayerische Jazzinstitut, die Berufsfachschule für Rock
Pop Jazz beim Music College und das jährlich stattfindende
Jazz-Weekend zu den swingenden Einrichtungen der Weltkulturerbestadt.
Keine Frage: Jazz gehört heute zu Regensburg wie der Senf zu
den Bratwürsten.
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