Programm donumenta 2017 (PDF)
Programm donumenta 2017
Dieses Werk ist Teil eines Animationsfilms der Künstlerin Ana Nedelcovič aus Serbien und wird bei der Open Air Gallery am Parkhaus Continental (Osttangente) zu sehen sein. (Ana Nedelcovič)
Dieses Werk ist Teil eines Animationsfilms der Künstlerin Ana Nedelcovič aus Serbien und wird bei der Open Air Gallery am Parkhaus Continental (Osttangente) zu sehen sein. (Ana Nedelcovič)
Jürgen Böhms Arbeit “Exil” mit einer Collage aus Fotos von Flüchtlingen aus aller Welt. (Jürgen Böhm)
Jürgen Böhms Arbeit “Exil” mit einer Collage aus Fotos von Flüchtlingen aus aller Welt. (Jürgen Böhm)

donumenta „14/14: under construction“

„under construction“: Aufbau, Umbau, Rückbau

 

Mitte September eröffnet die erste Open Air Gallery der donumenta. „14 x 14 under construction“ wird Regensburg verändern. An Fassaden und Baugerüsten zeigt die Schau im öffentlichen Raum 14 grafische und fotografische Arbeiten von 14 Künstlerinnen und Künstlern aus 14 Ländern an der Donau - bis Ende Oktober.

 

Am 13. September um 20.00 Uhr wird „14 x 14 under construction“ in der Parkspindel (oberstes Parkdeck) im Donau-Einkaufszentrum eröffnet. Die Werke im öffentlichen Raum sind ironisch, politisch, hintergründig oder einfach witzig. Es sind Hingucker, die neugierig machen.

 

Mit Kuratorin aus Wien zusammengearbeitet

 

„Die Stadt, die Republik, ganz Europa befinden sich ‚under construction’“, sagt Regina Hellwig-Schmid, Initiatorin der Donumenta und Co-Kuratorin der Open Air Gallery. Mit Annemarie Türk, Osteuropa-Expertin und Kuratorin aus Wien hat Hellwig-Schmid die Schau erarbeitet und die Werke ausgewählt. Der Begriff „under construction“ gelte nicht nur für Baustellen im engeren Sinne sondern ebenso für Veränderungsprozesse im Denken und Handeln jedes Einzelnen oder in Politik und Gesellschaft. „Under construction“ verweise auf das Unfertige, sich Wandelnde, mit dem sich Menschen auseinandersetzen oder arrangieren können oder müssen. Kooperationspartner Prof. Dr. Ulf Brunnbauer ergänzt: „Die Länder Ostmitteleuropas stellen seit einem Jahrhundert eine Dauerbaustelle dar.“

 

Für „14 x 14 under construction“ hat der Donumenta e.V. Künstler und Künstlerinnen aus den Donauländern eingeladen, diese Veränderungsprozesse in Bilder zu übersetzen. „Kunst lässt keinen unberührt“, sagt Regina Hellwig-Schmid: „Wir wollen viele erreichen, sie zum Lachen verführen und zum Nachdenken.“

 

Documenta-Künstler bei der Open Air Gallery

 

Pavel Brăila aus der Republik Moldau, mit einer Arbeit auf der Documenta 2017 in Kassel vertreten, wird sein Werk „progress“ an einer Fassade an der Hülling 6 zeigen. Am Obermünsterplatz 7 wird Lana Čmajčanin aus Bosnen-Herzegowina fragen: „Is there Beauty after Aleppo?“ An der Westfassade des Österreicher Stadels am Marc-Aurel-Ufer zeigt der Kallmünzer Jürgen Böhm ein übergroßes Notausgangsschild. Der grüne Hintergrund zeigt eine Collage aus Fotos von Flüchtlingen aus aller Welt. Der Bulgare Ivan Moudov wird mit seiner Arbeit an der Steinernen Brücke das kyrillische und das lateinische Alphabet vergleichen und eine Reihe von Übereinstimmungen finden. Lucia Nimcová aus der Slowakei zeigt am Ärztehaus II im Candis-Viertel die Hose eines Arbeiters mit rotblauen Verfärbungen. An der ukrainisch, polnisch-slowakischen Grenze bessern Ärzte, Musiker oder Soldaten durch die Ernte von Beeren ihren Lohn auf. Bahnreisende (Südesite/Bahnseite Blumenstraße 16a) konfrontiert das ungarische Künstlerduo Lőrinc Borsos mit dem Wortspiel “Never Ending Sorry” und bezieht sich damit auf die Unvollkommenheit der Kreatur und der Dinge.

 

612 Quadratmeter an der Parkhaus-Spindel

 

Annetta Mona Chişa und Lucia Tkáčová aus Tschechien verstecken einenTeil der Parkspindel am Donau-Einkaufszentrum hinter einem gigantisch großen Druck. 612 Quadratmeter misst ihr Kunstwerk. Ihre Vision eines zerbrochenen Smartphone-Displays nennen sie “Prophecy of Things”. Übergroß erinnern die Bruchstellen an architektonische Formen oder barocke Stilelemente. Der Druck dieser Arbeit ist der größte in der Open Air Gallery. Die Künstlerinnen Annetta Mona Chişa und Lucia Tkacova werden bei der Eröffnung am 13. September anwesend sein.

 

Fassaden und Baugerüste an der Dr. Gessler-Straße in Königswiesen, an der Polizeiinspektion am Minoritenweg, am Parkhaus von Continental (Osttangente), an der Otto-Hahn-Straße, an der Bäckergasse, an der Maximilianstraße und an der Synagoge am Brixener Hof sind weitere Orte von “14 x 14 under construction”. Weitere Künstlerinnen und Künstler sind: Yevgenia Belorousets aus der Ukraine, Tanja Deman aus Kroatien, Živa Drvarič aus Slowenien, Ana Nedelkovič aus Serbien, Vlad Nancă aus Rumänien, Daniel Pešta aus Tschechien, Siniša Radulović aus Montenegro und Tommy Schneider aus Österreich.

 

Führungen, Filme, Vorträge und Diskussionsrunden

 

Über die gesamte Laufzeit der Open Air Gallery bietet die donumenta jeden Sonntag um 11.00 Uhr Bustouren an, die an der Bushaltestelle Weichs/Donau-Einkaufszentrum beginnen. Bei diesen Bustouren ist die Innenstadt ausgenommen. Dort finden Führungen zu Fuß statt, die jeweils samstags um 16.00 Uhr an der Steinernen Brücke (Stadtseite) beginnen. Bus- und Fußtouren dauern jeweils etwa 90 Minuten.

 

Neue Formen der Kunstpräsentation diskutiert die donumenta am 21. September bei einem Podiumsgespräch im Pop-Up-Raum im Degginger, Wahlenstraße 17.

 

Gemeinsam mit der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der Universität Regensburg hat die Donumenta ein Begleitprogramm zur Open Air Gallery erarbeitet. Am 4. und am 9. Oktober 2017, jeweils um 19:30 Uhr stehen Rumänien und Kroatien im Fokus. Vom 23. Bis zum 28. Oktober zeigt „14 x 14 under construction“ in verschiedenen Kinos im Stadtgebiet Filme zum Thema.