Annika Hippler "luminous flux"

Annika Hippler "luminous flux" (19. Mai 2022 - 26. Juni 2022)

Mit Laserlicht und zerstäubter Fluoreszenz erzeugt Annika Hippler spannungsgeladene Installationen. Sie nutzt Licht als Material, schafft Skulpturen aus Licht und Luft. Gleich einer Bildhauerin verleiht sie dem flüchtigen Stoff dreidimensionale Qualität. Die kurzwellige Frequenz von UV-Licht versetzt den Raum in eine neue Schwingung. Es entstehen raumgreifende Installationen und minimalistische Lichtobjekte. Diese Lichtzeichnungen kommen aus dem Dunkeln und werden im Raum tatsächlich spürbar. Hipplers zwei- und dreidimensionalen Werke verdeutlichen die dialogische Qualität des Lichts. Es sind physikalisch- technische Ereignisfelder, in denen Annika Hippler das Zusammenspiel von Ästhetik, Poetik und Noetik auslotet.

Vita und weitere Werke

ANNIKA HIPPLER (geb. 1978) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Freie Kunst an der Universität der Künste Berlin und an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, unter anderem bei John M. Armleder. Ihre Werke präsentierte sie z. B. in der Rudolf-Scharpf-Galerie des Wilhelm-Hack-Museums, im Roemer-Pelizaeus Museum in Hildesheim anlässlich der Internationalen Lichtkunst Biennale, in Gruppenausstellungen im Kunstverein Hannover, im Kunstmuseum Celle sowie auch international im Musée de la Ville in Tunis, im Zverev Center for Contemporary Art in Moskau, auf der Contemporary in Istanbul und im Zendai Museum of Modern Art in Shanghai. Für ihre künstlerische Arbeit wurde Annika Hippler mehrfach ausgezeichnet, so gewann sie beispielsweise mit ihrer Lichtinstallation „Orbit“ den Kunstpreis „Gewebtes Licht“ des ZKM Karlsruhe. Sie war für den International Light Art Award des Zentrums für Lichtkunst in Unna nominiert und erhielt Stipendien der Europäischen Kulturstiftung, des Deutschen Künstlerbundes, der VG Bildkunst und der Stiftung Kunstfonds. Annika Hippler war Artist in Residence im Bildraum Studio Wien, im Tuscan Art Center und in der 1Shantiroad Bangalore in Indien.

 

„Annika Hippler gehört zu den wenigen Künstler_innen in Deutschland, die sich seit vielen Jahren mit Licht als künstlerischem Material auseinandersetzen.“
Bettina Pelz, Kuratorin für Lichtkunst

„Annika Hippler betrachtet Immaterialität und Zukunftstechnologie mit dem Blick unserer Gegenwart. Ihre Fragestellungen nähern sich dem inneren Wesen des Lichts, den Eigenschaften von Teilchen und Photonen. So verweist ihre Rauminstallation „L.I.S.A.“ auf die bisher unrealisierte NASA-Mission „Laser Interferometer Space Antenna“, ein Satellitenprogramm zur Erforschung von Gravitationswellen im All. Diese Wellen wurden von Albert Einstein bereits im Jahr 1916 mathematisch postuliert, konnten aber erst 2016 wissenschaftlich nachgewiesen werden. Hippler berührt thematisch immer wieder die Bereiche der Physik und die blinden Flecken wissenschaftlicher Erkenntnis, um eine eigene künstlerische Phänomenologie zu entwickeln.“
Jana Franze, Direktorin des Kunstvereins Ludwigshafen

 

„Sowohl mit ihren Lichträumen, den Bildkompositionen als auch mit der neuen Werkserie der Luminogramme knüpft Annika Hippler an historische Werke wie die Lichträume von Otto Piene oder die Fotogramme von Man Ray an, führt sie jedoch technisch und ästhetisch in eine neue Zeit.“
René Zechlin, Direktor des Wilhelm Hack Museums, Ludwigshafen