07.07.2022

Brücke zwischen Strafe im Mittelalter und Debatte um Schwangerschaftsabbruch

donumenta Artist in Residence Künstlerin Katharina Cibulka setzt Zeichen für weibliche Selbstbestimmung

Cibulka entdeckt in dem Video, das im Besucherzentrum Weltkulturerbe zu sehen ist, ein Bild, das sie zu ihrer Intervention im öffentlichen Raum inspiriert. (Video: Besucherzentrum Welterbe. Foto: Katharina Cibulka

Als donumenta Artist in Residence 2021 entwickelte die österreichische Künstlerin Katharina Cibulka eine Skulptur, die das Selbstbestimmungsrecht von Frauen thematisiert. Ihr Werk „Für Margretha, Johanna, Sophia…“ wird am 14. Juli um 14:00 Uhr am 13. Brückenjoch auf der Steinernen Brücke enthüllt.

Im Artist in Residence-Programm des donumenta e.V. schaffen Künstler*innen aus den Donauländern Verbindungen zwischen der UNESCO Weltkulturerbestadt, Gegenwart und Zukunft. Cibulkas Werk bezieht sich auf die mittelalterliche Praxis der Wasserstrafe und schafft gleichzeitig einen Beitrag zur Debatte über die Selbstbestimmung der Frau im Zusammenhang mit ungewollten Schwangerschaften.

„In den USA haben wir es gerade erst erlebt, aber auch in vielen europäischen Ländern gibt es Bestrebungen die Errungenschaften der Frauenbewegung wieder einzuschränken“, sagt Kuratorin Regina Hellwig-Schmid über die politische Aktualität dieser Arbeit für Regensburg.

Feministischer Ansatz
Die Feministin Katharina Cibulka ist bekannt für Ihre Interventionen und Performances im öffentlichen Raum. Bei ihrem Artist in Residence-Aufenthalt in Regensburg unter dem Motto „HERITAGE TODAY / TOMORROW“ inspirierte die österreichische Künstlerin ein Video im UNESCO-Welterbezentrum an der Steinernen Brücke. Dort wird der berühmte Kupferstich des Matthäus Merian aus dem 16. Jahrhundert animiert. Er zeigt so das Leben und – so muss ergänzt werden – das Sterben auf der Steinernen Brücke. Am 13. Brückenjoch fanden bis um 1600 so genannte Wasserstrafen statt. Cibulka verknüpft die mittelalterliche Praxis der Todesstrafe mit den Rettungsstangen, die das Ufer der Donau im Stadtgebiet heute säumen. Zwei diametral entgegengesetzte Perspektiven auf das Leben verbinden sich zu einer Skulptur die gleichermaßen an Rettungsstangen und Abtreibungsinstrumente erinnert.

Zu den Realisierungen 2022

Mit freundlicher Unterstützung von: Kulturfonds Bayern, Stadt Regensburg

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