12.07.2021

Keplers 450. Geburtstag im öffentlichen Raum - donumenta e.V. eröffnet Ausstellung „K wie …“

Die Nürnberger Künstlerin Notburga Karl kommentiert die bahnbrechenden Erkenntnisse des Astronomen Johannes Keplers am Kepler-Denkmal in der Fürst-Anselm-Allee und im donumenta ART LAB Gleis 1. Die Ausstellung „K wie …“ wurde am vergangenen Freitag eröffnet und läuft noch bis zum 22. August 2021.

„Parabelle“ im Kepler-Denkmal in der Fürst-Anselm-Allee: Künstlerin Notburga Karl, Kuratorin Regina Hellwig-Schmid, Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, BBK-Landesverband-Vorsitzender Ludwig Bäuml. (v.l.n.r.) (Foto: Maximilian Habla)

Memento Mori – ausgerannter Pickup mit intakten Scheinwerfern. Künstlerin Notburga Karl mit Kuratorin Regina Hellwig-Schmid im donumenta ART LAB Gleis 1. (Foto: Julia Weigl-Wagner)

Tontafeln in Schaukästen – ein haptisches Erlebnis. (Foto: Julia Weigl-Wagner)

Genau hinschauen
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer freut sich in Ihrer Begrüßung über den Beitrag der donumenta zum Jahresthema des Kulturreferats unter dem Titel „Nahsicht“. Das bedeutet, genau hinzuschauen und auf jedes Detail zu achten. Wie viel Erkenntnisgewinn die hervor brachte, hätten sowohl Johannes Kepler an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert gezeigt, als auch Künstlerin Notburga Karl. Sie fasziniert die gründliche Arbeitsweise und das unkonventionelle Denken des berühmten Astronomen.

Umdenken braucht Mut
Die Ellipse nennt Karl „einen Kreis, der Fahrt aufgenommen hat“. Sie wird zur Metapher für ein Denken in Bewegung, ein Umdenken. „Kepler ist ein gutes Beispiel dafür, wie viel Mühe es kostet und wie lange es dauert, bis neues Denken gelingt. Da hängt Schwerkraft drin“, sagt Notburga Karl und erinnert an den Umweltschutz: „Auch wenn die Evidenzen da sind. Das Handeln muss ja erst von bestehenden Zusammenhängen entkoppelt werden.“ Dazu brauche es Mut – und elliptische Elastizität. – Ihre Intervention am Kepler-Denkmal in der Fürst-Anselm-Allee symbolisiert genau das.

Interessanteste Einreichung
Ludwig Bäuml, 2. Vorsitzender des Landesverbandes Bildender Künstler*innen und Künstler in Bayern e.V. berichtete in seiner Rede vom Förderprogramm des Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst für die bessere Sichtbarkeit zeitgenössischer Kunst. Gefördert werden Projekte im öffentlichen Raum auf Flächen, die nicht üblicherweise Ausstellungszwecken gewidmet sind. Der Landesverband hätte ein Programm dazu aufgelegt, informierte Bäuml und gebrauchte einen Superlativ: „Die interessanteste Einreichung kam vom Verein donumenta.“ Die Ellipse von Notburga Karl spreche ein breites Publikum an.

Für die Realisierung der Ausstellung „K wie …“ dankte die 1. Vorsitzende und Kuratorin Regina Hellwig-Schmid allen Sponsoren, darunter das genannte Staatsministerium und die REWAG-Kulturstiftung.

Ausgebrannter Pickup
Im donumenta ART LAB Gleis 1 zeigt Notburga Karl weitere Werke. Im Mittelpunkt steht die spektakuläre Installation eines ausgebrannten Pickups – einer Art Memento Mori unserer Gesellschaft. Doch verfügt dieses Fahrzeug über intakte rotierende Scheinwerfer, die – zweiäugig – die Illusion von Planeten und ihren elliptischen Bahnen an die gelb gekachelten Wände der früheren Fußgängerunterführung werfen.

In die messinggerahmten Schaukästen, in denen früher weiß und gelb die Ankunfts- und Abfahrtspläne der Bahn aushingen, hat Notburga Karl Ton gewordenen „Planetenstaub“ gestrichen und selbst schon einmal angefangen, ihn mit ihren Fingern zu modellieren. Besucherinnen und Besucher lädt sie ein, Spuren zu hinterlassen. – Hier wird Notburga Karls konzeptionell angelegte Ausstellung „K wie …“ zu einem sehr haptischen Erlebnis.


Notburga Karls Ausstellung „K wie …“ im donumenta ART LAB Gleis 1 ist vom 10. Juli bis 22. August 2021 jeden Mittwoch bis Sonntag von 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet.

Artist Talk: 25. Juli 2021, 16.00 Uhr am Kepler-Denkmal, Fürst-Anselm-Allee

Performance: 22. August 2021, 16.00 Uhr am Kepler-Denkmal, Fürst-Anselm-Allee

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