Platzhalter | Front Row, Donaumarkt, Regensburg

Direkt vor dem Haus der Bayerischen Geschichte am Donaumarkt macht das donumenta ART LAB on the Move Station. Allmorgendlich starten hier Touristengruppen und kommen direkt am Goldenen Waller vorbei, von den immer gleichen Worten begleitet: "To the right hand the cat fish, you know?“ … Und täglich grüßt das Murmeltier … Das Kunstwerk Platzhalter | Front Row der Münchner Künstlerin Gabi Blum wirft Fragen nach Zeit, Ort, Funktion und Zustand auf. Steht der angedeutete Verkaufsstand leer oder kommt gleich jemand der aufsperrt? Was ist das jetzt genau, kann man hier Tickets für die Schiffe bekommen? 

Blum reagiert mit ihrer Arbeit auch auf die aktuelle Situation in unseren Städten. Wer darf wieviel und welchen Raum einnehmen, welche Räume fehlen oder stehen leer, wer ist an welcher Stelle präsent und wer nicht? Welche Auswirkungen hat der Tourismus und warum müssen ständig neue Waren erfunden und produziert werden? In der surreal anmutenden Kulisse des in die Jahre gekommenen Souvenirshops mit an der Fassade eingezeichnetem zukünftigen Hochwasserstand, leuchtet ein rot blinkendes NO. Hier gibt es keine Antworten, keine Infos, keine kalten Getränke und auch keine Souvenirs. Vielmehr zitiert die Kulisse weitere Optiken und Ankündigungen aus dem öffentlichen Raum und reagiert auf humorvolle Weise auch auf die immer wieder aufkommende Wurstdebatte in Bayern. „Unsere Wurst lassen wir uns nicht nehmen!“, hört man hier häufiger. Doch wenn sich niemand ändern will, dann wird sich auch nichts ändern. 

Vita

Gabi Blum, München

www.gabiblum.de | Instagram: gabi.boom

Gabi Blum entwickelt raumgreifende, begehbare Installationen, die sich oft direkt auf den jeweiligen Ort und Kontext beziehen. Sie übersetzt Bilder aus dem popkulturellen Gedächtnis in dreidimensionale Kulissen und schafft so immersive Räume, in denen Realität und Fiktion ineinandergreifen.

In ihren Arbeiten untersucht sie Mechanismen von Ikonenbildung, Mythen und Inszenierung. Vertraut wirkende Orte und Situationen aus Film, Fotografie, Popkultur oder Kunstgeschichte werden neu interpretiert, verfremdet und mit persönlichen oder ortsspezifischen Erzählungen verbunden. Dadurch entstehen Räume, die Erwartungshaltungen gezielt verschieben und Bekanntes in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Figuren – verkörpert durch die Künstlerin selbst, andere Performer*innen oder Besucher*innen – werden Teil dieser installativen Szenarien und machen die Arbeiten zu lebendigen, sich ständig verändernden Situationen.

Ein wichtiger Bestandteil ihrer Praxis ist die Offenlegung der Entstehungsprozesse: Das „Making-of“ ist ebenso bedeutend wie das Ergebnis. Mit einfachen Materialien und Techniken macht Blum sichtbar, wie Bilder und Räume konstruiert werden – und lädt dazu ein, Wahrnehmung immer wieder neu zu hinterfragen.