Mooshelm, Schwanenplatz, Regensburg

Mit Mooshelm schafft Markus Jeschaunig einen geschützten Rückzugsort im urbanen Raum Regensburgs. Die begehbare, helmförmige Schalenkonstruktion aus Moosen und Farnen bildet einen kompakten Mikrokosmos. Einen „Forest to go“ mitten in der Stadt.

Beim Betreten der Installation verändert sich die Wahrnehmung: Der Duft von Wald liegt in der Luft, die Temperatur wirkt spürbar kühler, die Atmosphäre dichter und ruhiger. Auf minimalem Raum entsteht ein intensives Mikro-Walderlebnis, das Natur sinnlich erfahrbar macht, wo sie sonst kaum präsent ist.

Mooshelm reagiert direkt auf die Bedingungen der stark versiegelten Innenstadt und macht die Bedeutung von Grünräumen im Kontext von Hitze und Klimawandel unmittelbar erlebbar. Die Installation wird so zu einem Ort der Pause, der Abkühlung und der Sensibilisierung für ökologische Zusammenhänge im städtischen Raum.

Vita

Markus Jeschaunig, Graz

www.agencyinbiosphere.com/de/ | Instagram: agencyinbiosphere

Markus Jeschaunig, geboren 1982 in Graz, ist ein international tätiger Künstler, Architekt und Forscher, der an den Schnittstellen von Kunst, Ökologie und Technologie arbeitet. Inspiriert von den komplexen Wechselwirkungen zwischen Lithosphäre, Hydrosphäre, Atmosphäre und Biosphäre entwickelt er Projekte, die natürliche Prozesse sichtbar machen und neue Perspektiven auf das Verhältnis von Menschen und Umwelt eröffnen.

Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Landschaft, Architektur und öffentlichem Raum – oft mit einem aktivistischen Anspruch. Dabei versteht Jeschaunig Kunst nicht nur als ästhetische Praxis, sondern als Werkzeug, um ökologische Zusammenhänge erfahrbar zu machen und gesellschaftliche Transformationsprozesse anzustoßen.

Jeschaunig studierte Kunst und Architektur in Linz, Istanbul und Wien und schloss 2010 sein Architekturdiplom an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz ab. 2012 gründete er seine eigene Praxis unter dem Titel agency in biosphere, in der er künstlerische Forschung mit ökologischer Gestaltung verbindet. Als Teilnehmer der Change Course Conference des Club of Rome und Mitbegründer des transdisziplinären Think-Tanks Breathe Earth Collective bringt Jeschaunig seine Arbeit auch in internationale Diskurse zu Klima, Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit ein.

Ein wichtiger Meilenstein seiner Laufbahn war die Mitwirkung am Projekt dem österreichischen Pavillon breathe.austria auf der Expo 2015 in Mailand, das zeigte, wie Architektur, Klima und Wahrnehmung miteinander in Beziehung treten können.

In seinen Projekten schafft Markus Jeschaunig Räume, in denen Umwelt nicht nur betrachtet, sondern körperlich erlebt wird. Seine Arbeiten laden dazu ein, die uns umgebenden Systeme bewusster wahrzunehmen – und unsere eigene Rolle darin neu zu denken.