fließend verflossen, Neuprüll bis zur Donau, Regensburg

Für donumenta ClimArt – Artists for a Resilient Future entwickelte Künstlerin Ulrika Eller-Rüter ein ortsspezifisches Konzept für Regensburg. Im Zentrum steht der Vitusbach: eine Wasserader, die im Stadtbild kaum noch sichtbar ist. Die Künstlerin macht den Verlauf des Vitusbachs bis zur Mündung in die Donau künstlerisch erlebbar und lenkt die Aufmerksamkeit auf seine verborgenen Abschnitte, wo er nur noch unterirdisch weiterfließt oder im Stadtbild ganz verschwindet. Sein Klang, sein Verschwinden und seine Transformation werden dabei zu einem sinnlichen Erlebnis im Stadtraum und wird so wieder in das Bewusstsein der Menschen geholt.

Für Regensburg werden Wasserproben aus Donau, Regen, Naab und Vitusbach Teil der künstlerischen Forschung. Die mikroskopischen Bildwelten, die Ulrika Eller-Rüter über die Jahre entwickelt hat, werden im Besucherzentrum Welterbe Regensburg von 21. Juni bis 15. Juli präsentiert und eröffnen einen neuen ungewohnten Blick auf die Gewässer in der Stadt.

Ulrika Eller-Rüter macht sichtbar und hörbar, was oft verborgen bleibt und lädt dazu ein, Wasser als lebendigen, sensiblen Bestandteil unserer Umwelt neu wahrzunehmen.

Vita

Ulrika Eller-Rüter, Solingen

www.ulrika-eller-rueter.de | Instagram: ulrika_er

Die international multimedial arbeitende Künstlerin Ulrika Eller-Rüter widmet sich seit vielen Jahren dem Element Wasser als Lebensgrundlage, als Speicher von Geschichte und als künstlerisches Forschungsfeld. Ihre Arbeit bewegt sich bewusst an den Schnittstellen von Kunst, Wissenschaft und gesellschaftlicher Teilhabe. In interdisziplinären und partizipativen Formaten erforscht sie das Fragile, das Verborgene und das „unter der Oberfläche“ Liegende, sowohl in ökologischen als auch in menschlichen Zusammenhängen. Bildgebende Verfahren aus den Naturwissenschaften werden dabei zu künstlerischen Werkzeugen und eröffnen neue Perspektiven auf unsere Umwelt.

In ihren „Sea-Level-Labs“ verbindet sie naturwissenschaftliche Methoden mit künstlerischer Praxis und entwickelt daraus vielschichtige Arbeiten zwischen Malerei, Installation, Performance und Musik.

Ihre künstlerische Arbeit führte Ulrika Eller-Rüter in zahlreiche Länder mit Ausstellungen, Performances und Interventionen unter anderem in Europa, Asien, Afrika sowie im Nahen Osten und in Mittelamerika. Zudem war sie als Gastprofessorin an renommierten Kunsthochschulen und Universitäten tätig, darunter in Krakau, Vilnius, Chengdu, Dalian, Stellenbosch und Abu Dis.

Seit 2019 sammelt die Künstlerin auf ihren Reisen Wasserproben aus Flüssen, Meeren und Quellen weltweit. Diese archiviert und untersucht sie mikroskopisch. Dabei entstehen faszinierende Bildwelten, die wie visuelle Codes von Landschaften, Zivilisation und natürlichen Prozessen wirken. Jedes Gewässer zeigt eine eigene „Signatur“, eine unverwechselbare Physiognomie.